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The Piper At The Gates Of Dawn 1967
A Saucerful Of Secrets 1968
Ummagumma 1969
More 1969
Atom Heart Mother 1970
Meddle 1971
Obscured By Clouds 1972
Dark Side Of The Moon 1973
Wish You Were Here 1975
Animals 1977
The Wall 1979
The Final Cut 1983
A Momentary Lapse Of Reason 1987
The Division Bell 1994
Pulse 1995 (Live)
The Endless River 2014
- Speak To Me - 1:11 min
- Breathe - 2:47 min
- On The Run - 3:36 min
- Time - 7:01 min
- The Great Gig In The Sky - 4:47 min
- Money - 6:22 min
- Us And Them - 7:46 min
- Any Colour You Like - 3:25 min
- Brain Damage - 3:48 min
- Eclipse - 2:03 min
The Dark Side of the Moon (auch Dark Side of the Moon) ist das achte Studioalbum der britischen Rockband Pink Floyd. Das Konzeptalbum erschien 1973, zählt mit über 50 Millionen verkauften Einheiten zu den weltweit meistverkauften Musikalben und wurde zum Dauerbrenner in den internationalen Albumcharts.
Entstehung
Die Idee kam dem Bassisten Roger Waters bereits im Herbst 1971. Seine Erfahrungen mit dem Niedergang des einstigen Pink-Floyd-Mitglieds Syd Barrett schuf den thematischen Rahmen: Was kann sensible Menschen in den Wahnsinn treiben? Waters wollte zeigen, wie seiner Meinung nach anonyme Machtstrukturen wie Geld oder Zeit Menschen zerstören können. Auch ernüchternde Erfahrungen mit dem Musikbusiness und der Verlust einer Utopie, an die etwa noch die Hippiegeneration glaubte, färbten auf die Texte ab. Dies entsprach dem damaligen Zeitgeist: Wichtige Vordenker der 1968er wie Herbert Marcuse hatten einen engen Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Strukturen und psychischer Gesundheit propagiert; Begriffe wie Entfremdung oder Verdrängung waren en vogue. Nach den Unruhen um 1968 zogen sich viele ihrer Protagonisten aus der Öffentlichkeit in eine neue Innerlichkeit zurück. In der Popmusik der Zeit wurden diese Entwicklungen reflektiert; John Lennon verarbeitete seine Psychotherapie etwa auf seinem Urschrei-Album.
Da die Band Medicine Head kurz zuvor ebenfalls ein Album namens Dark Side of the Moon herausgebracht hatte, gab es Überlegungen, das Pink-Floyd-Werk Eclipse zu nennen. Erst als die Medicine-Head-Veröffentlichung erfolglos blieb, wurde der ursprüngliche Albumtitel beibehalten. Er ist eine Textzeile aus Brain Damage, dem vorletzten Song des Albums.
Teile des Materials zu The Dark Side of the Moon wurden erstmals am 20. Januar 1972 im „The Dome“ in Brighton vorgestellt, wegen technischer Probleme musste die Band jedoch nach Money ihren Auftritt beenden. Ein Mitschnitt des vollständigen Konzertes vom 17. Februar 1972 kam unter dem Titel Live – The Best Of Tour 72 als Raubpressung in den Handel. Perfektioniert zum geschlossenen Album-Zyklus sollte es bis zum Juli 1975 in kompletter LP-Länge auf jedem Pink-Floyd-Konzert gespielt werden.
Das Album wurde in den Londoner Abbey Road Studios von Juni 1972 bis Januar 1973 aufgenommen. Toningenieur war der damals erst 23-jährige Alan Parsons, der vorher schon an Produktionen der Beatles beteiligt gewesen war. Trotz des enormen kommerziellen Erfolgs erhielt The Dark Side Of The Moon nur eine Grammy-Nominierung: für Alan Parsons in der Kategorie „Best Engineered Recording“. Neben den Gruppenmitgliedern wirkten mit: Dick Parry (Saxophon auf Money und Us and Them), Clare Torry (Gesang auf The Great Gig in the Sky) sowie Doris Troy, Lesley Duncan, Liza Strike, Barry St. John (alle Backing Vocals). Außerdem sind kurze Fragmente aus Interviews enthalten, die Roger Waters mit zufällig Anwesenden geführt hat, insbesondere Studiomitarbeitern und Musikern von Wings. Paul McCartneys Wortbeitrag wurde allerdings nicht verwendet. Das Werk schließt mit einem Satz des zum Thema befragten Studio-Pförtners:
“There is no dark side in the moon, really; [as a] matter of fact it’s all dark.”
„Es gibt beim Mond keine dunkle Seite; tatsächlich ist er ganz dunkel.“
Sein darauffolgender Satz “The only thing that makes it look (a)light is the sun.” („Das Einzige, was ihn leuchten lässt, ist die Sonne.“) wurde auf dem Album nicht verwendet.
Auf den meisten CD-Pressungen lässt sich während der ausklingenden Herzschläge am Ende von Eclipse eine kaum hörbare Orchesterfassung des Beatles-Songs Ticket to Ride ausmachen; die Ursache dafür ist unbekannt. Obwohl der Effekt auch auf hochwertigen Vinylpressungen aus der Zeit vor der CD-Ära (z. B. EMI Pro-Use-Series EMLF-97002, erstmals 1978 in Japan veröffentlicht) nachgewiesen werden kann, gibt es die Meinung, es handle sich um einen Fehler, der beim Mastering für die Compact Disc entstanden sei (reguläre Vinylpressungen können das Zitat wegen ihres Grundrauschens kaum wiedergeben).
Stil
Das Album zeigt, dass Pink Floyd ihre Alben zunehmend professioneller produzierten. Besonders der großflächige Einsatz von Synthesizern stellte den Anschluss an damals in der Popmusik aktuelle Entwicklungen her. Daneben charakterisiert aber David Gilmours melodisches, Blues-beeinflusstes Gitarrenspiel weiterhin die Musik auf dem Album.
Zugleich prägen auch immer noch einige surreale und bizarre Momente das Album. Besonders auffallend sind die gesprochenen Passagen, die sogleich das Intro Speak to Me bestimmen. Diese Klangcollage beginnt mit dem Pochen eines Herzschlags, über dem sich mehrere Personen zu den zentralen Themen des Konzeptalbums auslassen: Tod, Wahnsinn und Gewalt. Nach einer Idee des Toningenieurs Alan Parsons erhielten die beiden Single-Auskopplungen Time und Money mit geloopten Sequenzen von mehreren synchron schellenden Weckern beziehungsweise dem Klingeln einer Registrierkasse jeweils ein ungewöhnliches Intro. Money ist bis auf den Gitarrensolo-Mittelteil, der im 4/4-Takt gespielt wird, im Rockmusik-untypischen 7/4-Takt gehalten. Das Stück On the Run beschreibt die Angst vor dem Reisen. Unter Umständen spielte bei der Entstehung dieses Stücks, das sich von Auftritt zu Auftritt weiter entwickelte, die Flugangst von Roger Waters eine Rolle. Die Geräusche eines explodierenden Flugzeuges, mit denen der Song ausklingt, bringen das Thema auf den Punkt. Es basiert auf einer Synthesizer-Schleife, die um klangcollagenhafte Elemente ergänzt wurde. Auffällig bei der Harmonik des Albums ist die sehr häufig und in zirkelförmiger Form verwendete Akkordfolge II-V (zum Beispiel Em7 – A7).
Artwork
Das Plattencover wurde von George Hardie vom Hipgnosis-Designstudio entwickelt. Die Covergestaltung stammt von Storm Thorgerson. Sie zeigt vor schwarzem Hintergrund die Brechung eines weißen Lichtstrahls an einem Prisma, der sich dadurch in die Spektralfarben auffächert. Dieses Motiv ist ein Zitat von einem Klassiker des Schallplattencovers, den Alex Steinweiss 1942 für Beethovens 5. Klavierkonzert gestaltet hatte – wobei das Klavier von Steinweiss’ Original durch ein Prisma ersetzt wurde.[8] Die aufgefächerten Spektralfarben setzen sich im aufgeklappten Teil des Covers fort und beschreiben dort graphisch einen Herzschlag, wie er am Anfang und am Ende der Platte zu hören ist. Für die Neuauflagen zum 20. und zum 30. Jubiläum der Albenveröffentlichung wurde in den Jahren 1993 und 2003 das Cover optisch erneuert, das Motiv jedoch beibehalten.
Albumversionen
Es ist eines der wenigen Alben, die auch in einer Quadrofonie-LP-Version, in etwa vergleichbar mit 4.0-Raumklang, existieren. Es erschien als so genannte „Quadrophonic 8-Track-Cassette“, die wie die Quadrophonie-LP in den frühen 1970ern nur wenig, vor allem aber in den Vereinigten Staaten, verbreitet war. Die 4-Spur- und 8-Spur-Cassetten sind jedoch nicht zu verwechseln mit der Compact Cassette, die ein völlig anderes Format hat.
Das Album ist 1983 zum ersten Mal auf CD erschienen und danach häufig remastert worden. 1993 erschien eine Spezialedition anlässlich des 20. Jubiläums von The Dark Side of the Moon. Der hierfür angefertigte Remaster wurde auch für spätere Versionen genutzt. 2003 erschien eine Spezialedition anlässlich des 30. Jubiläums von The Dark Side of the Moon. Es gibt neben einem neuen Remaster auch eine von James Guthrie abgemischte Version in 5.1-Kanal-Raumklang auf SACD.
2011 erschien das Album im Zuge der Kampagne Why Pink Floyd...? als „Immersion Box“, die unter anderem den originalen Quadrophonie-Mix von Alan Parsons aus dem Jahr 1973, die 5.1-Mischung von James Guthrie von 2003, sowie unveröffentlichtes Live- und Studiomaterial enthält. Der aktuelle Remaster wurde im Zuge dieser Kampagne von James Guthrie und Joel Plante angefertigt.
2023 veröffentlichen Pink Floyd zum 50. Jahrestag der Erstveröffentlichung The Dark Side of the Moon als Box-Set, das die digital aufbereitete Version des Albums, unter anderem als Blu-Ray-Dolby-Atmos-Version, sowie ein Fotobuch und eine LP des 1974er Konzerts in Wembley enthielt.[9] Ebenfalls zum Jahrestag veröffentlichte Roger Waters eine vollständige Neuaufnahme The Dark Side of the Moon Redux als Soloalbum.[10]
Variationen des Titels
Im Laufe der Zeit hatte The Dark Side of the Moon verschiedene Titel. Zuerst hieß es Eclipse: A Piece for Assorted Lunatics, dann The Dark Side of the Moon: A Piece for Assorted Lunatics und bei der Erstveröffentlichung auf LP und auf CD wurde es nur Dark Side of the Moon genannt. So heißt es auch auf anderen Veröffentlichungen.
Kommerzieller Erfolg
Chartplatzierungen
The Dark Side of the Moon stieg erstmals am 15. April 1973 auf Rang fünf der deutschen Albumcharts ein. Seine beste Chartnotierung erreichte das Album fünf Monatsausgaben später, am 15. August 1973, mit Rang drei. Das Album musste sich lediglich dem Sampler Wim Thoelke präsentiert 3 × 9 – Ausgabe 1973 sowie dem Spitzenreiter Non Stop Dancing ’73/2 von James Last geschlagen geben. Am Ende des Jahres belegte das Album Rang sechs der Album-Jahrescharts. Seit seiner Veröffentlichung platziert sich das Album in unregelmäßigen Abständen immer wieder in den deutschen Albumcharts. In der Chartwoche vom 9. Dezember 2022 überschritt The Dark Side of the Moon die Schwelle von 150 Chartwochen, damit zählt es zu den erfolgreichsten Dauerbrenner-Alben in Deutschland. The Dark Side of the Moon avancierte zum bis dato sechsten Chartalbum von Pink Floyd, es war nach Atom Heart Mother ihr zweites Top-10-Album. Mit dem Album erzielte die Band zunächst ihre beste Chartnotierung in Deutschland, diese wurde 1977 von Animals übertroffen, welches seinerzeit die Chartspitze erreichte.
In Österreich stieg das Album ebenfalls am 15. April 1973 auf Rang fünf ein und erreichte im Folgemonat die Chartspitze. Am Jahresende belegte das Album die Chartspitze der Jahrescharts. Die Band platzierte sich hiermit zum ersten Mal in den österreichischen Albumcharts. In der Schweiz stieg das Album erstmals am 30. Juli 2006 auf Rang 47 ein, die Einführung der Schweizer Albumcharts erfolgte erst im Jahr 1983. Seine beste Platzierung gelang dem Album am 2. April 2023 mit Rang fünf. Für Pink Floyd wurde es zum bis dato achten Chart- und zugleich Top-10-Album in der Schweiz.
Im Vereinigten Königreich stieg The Dark Side of the Moon in der Chartwoche vom 25. März 1973 auf Rang zwei ein, was zugleich die beste Platzierung darstellte. Das Album musste sich lediglich dem Sampler 20 Flash Back Greats of the Sixties geschlagen geben. Das Album konnte sich 573 Wochen in den Top 100 platzieren, davon 43 in den Top 10, solange wie kein anderes Pink-Floyd-Album in den britischen Charts. In unregelmäßigen Abständen platziert sich das Album in den Jahrescharts, seine beste Notierung erreichte es 1975 mit Rang 19.
In den US-amerikanischen Billboard 200 stieg The Dark Side of the Moon am 17. März 1973 auf Rang 95 ein. Am 28. April 1973 schaffte das Album den Sprung an die Chartspitze. Das Album avancierte zum neunten Chartalbum für Pink Floyd in den Billboard 200, erstmals erreichte sie die Chartspitze sowie die Top 10. Die beste Platzierung zuvor war Rang 46 mit Obscured by Clouds am 19. August 1972. The Dark Side of the Moon konnte sich bislang 990 Wochen in den Charts platzieren, solange wie kein anderes Pink-Floyd-Album in den US-amerikanischen Albumcharts. Wie im Vereinigten Königreich platziert sich das Album auch hier in unregelmäßigen Abständen in den Jahrescharts, seine beste Notierung erreichte es 1974 mit Rang elf.
LP-Cover "Dark Side Of The Moon" 1973


